Ein Sommertag am wunderschönen Flussstrand Praia fluvial de Avô

In der Sonne dösen, in glasklares Wasser hineinspringen, mit einem Reifen durch eine Schlucht paddeln und auf eine alte Burgruine hinauf klettern

An der schönen Alva, die an den Nordhängen der Serra da Estrela entspringt und sich durch verschiedene Bergketten gegraben hat, bis sie schließlich in den Mondego-Strom mündet, gibt es viele hübsche Flussstrände. Wir haben uns an einem herrlichen Sommertag Ende August auf den Weg zum Praia fluvial de Avô begeben, der zu den beliebtesten Flussstränden der Gegend zählt.

Kurz bevor wir das nette kleine und tatsächlich alte Dorf mit dem passenden Namen Avô (Großvater) erreichen, schlängelt sich die Straße tief hinab in das breite Tal der Alva. Wir parken oberhalb der kleinen Kirche, direkt neben dem Musikpavillon. Von dort sind es nur ein paar Schritte hinab zum Fluss. Unterwegs kommen wir an einem kleinen Spielplatz vorbei und stehen kurz darauf überwältigt auf der pittoresken Bogen-Brücke aus dem 18. Jahrhundert, die die Schlucht überspannt, und durch die die Alva gemütlich dahin strömt. Wir erspähen schon den tollen Flussstrand, auf dem es noch behäbig zugeht und freuen uns auf das herrliche Flusswasser.

Wenig später stehen wir bereits auf der die beiden Flussarme überspannenden Brücke und beraten, wo wir uns am besten niederlassen sollten: Auf dem einladenden Sandstrand mit Sonnenschirmen auf der gegenüberliegenden Flussseite, also direkt neben dem kleinen Kiosk? Oder besser auf der schönen Wiese auf der Insel Ilha do Picoto, auf der es auch ein kleines etwas überteuertes Restaurant gibt? Mitten auf dieser Wiese befindet sich übrigens auch ein kleiner Frischwasserpool, der für jüngere Kinder gebaut wurde und tatsächlich auch gut besucht ist. Wir entscheiden uns schließlich für das Ufer gegenüber vom Sandstrand, da es dort große, schattenspendende Weiden, Mimosen und Erlen gibt.

Von diesem Ufer springen wir dann begeistert in das erfrischende Flüsschen. Dazu wurde hier ein kleines Sprungbrett improvisiert, dass auch von unserer jüngsten Tochter nach einigem Zaudern begeistert genutzt wird. Über eine gußeiserne Treppe klettert sie schon wieder aus der kühlen Alva heraus, aber nur, um gleich erneut hinein zu springen. Ein paar wagemutige Jugendliche stürzen sich von höheren Felsen in den Fluss, aber das sieht hier angesichts der vielen Untiefen im Wasser eher gefährlich aus.

Natürlich werden auch unsere Kinder wie magisch von der Schaukel, die gerade erst mitten in den Fluss gebaut wurde, angezogen. Ein Foto einer baugleichen Schaukel aus der Karibik diente als Vorlage und wenn die Wassertemperatur auch bei weitem nicht mit karibischen Temperaturen mithalten kann, so ist der Fotospot doch sicher ebenso malerisch hier wie dort. Im Herbst hatte eine Überschwemmung Teile des Flussstrandes zerstört und inzwischen hat die Gemeinde diesen nicht nur repariert, sondern auch noch deutlich verbessert. Der Flussstrand ist übrigens barrierefrei und mit einem Amphibienstuhl können sich auch bewegungseingeschränkte Menschen im frischen Wasser der Alva abkühlen.

Wir haben wieder einmal ein Picknick dabei und nachdem wir uns daran erfreut haben, blasen wir unsere Schwimmreifen auf und damit geht es dann durch die Schlucht und unter der Brücke hindurch zu einem kleinen Strand am rechten Ufer der Alva, wo sich auch ein paar Badende eingefunden haben. Paddeln lässt es sich hier wunderbar, wir werden öfter überholt von Familien auf Standup-Paddeln, auf Luftmatratzen und in Schlauchbooten.

Links neben dem Sandstrand erspähen wir ein kleines Wehr, über das das Flüsschen Ribeira de Pomares hinabströmt und einigen Kindern dadurch viel Freude bereitet, dass diese es unentwegt als natürliche Rutsche zu nutzen wissen. Nachdem unsere Kinder das auch einmal ausprobiert haben, genießen wir ersteinmal ein Eis am kleinen Kiosk neben dem Sandstrand.

Erst als die Schatten immer länger werden und den ganzen Badebereich überdecken, packen wir unsere Sachen und machen uns nun auf die Suche nach der Burgruine. Wir entdecken den Pranger aus dem 16. Jahrhundert, hier und dort ein hübsches altes Haus, ein kleines Cafe, was eher zu einem Geschäft dazu gehört, eine idyllische Gasse, die zum Burgtor führt und in der wir von vielen Katzen begrüßt werden. Die Burgruine ist nicht wirklich spektakulär, bietet aber immerhin einen schönen Blick auf Dorf und Flussstrand.

Wer mehr Zeit hat, kann sich auf die Suche nach der noch existierenden Römerstraße machen, die in Avô wiederentdeckt wurde oder flußaufwärts eine Wanderung zum nächsten Dorf A Ponte das 3 Entradas unternehmen.

Parkplatz
Zum Parken gibt es tatsächlich nicht zu viele Möglichkeiten. Wir hatten Glück und konnten oberhalb der Kirche, neben den Musikpavillon sogar unser großes Wohnmobil parken.
GPS: 40.2945370118319, -7.902004282918268
Es gibt auch ein paar Parkplätze an der Straße, die sich in Richtung Vila Cova de Alva am Fluß entlang schlängelt.
GPS: 40.293864499757554, -7.906464180134985

Offizielle Öffnungszeiten
Im Juli und August ist der Flussstrand von 11:00 bis 19:00 Uhr geöffnet und wird in dieser Zeit von einem Bademeister beaufsichtigt.

Mitbringen
Badesachen und am besten auch ein StandUp-Paddel, Schlauchboot, aufblasbare Reifen oder eine Luftmatratze. Der Flussstrand wird flussabwärts durch ein Wehr begrenzt, so dass schwimmende Kinder nicht einfach mit der Strömung davon getragen werden können, wie das beispielsweise auf dem Meer immer der Fall ist.

Verpflegung
Auf der Insel gibt es ein kleines Restaurant (Bar Ilha do Picoto), welches allerdings etwas überteuert zu sein scheint. Immerhin kann es mit einer ausgezeichneten Lage glänzen. Im Sommer ist auch der Kiosk am Strand geöffnet und für einen Snack, ein Getränk oder ein Eis nützlich.

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2 Comment

Annik 30. April 2024 - 11:39

Hallo Jens,

das sieht echt nach einem großen Spaß aus, nicht nur für Kinder.

Ich bin total gerne mit meinem Minicamper in Portugal unterwegs. Ein Bad nehme ich immer gerne zum Abkühlen mit. Die restliche Umgebung sieht auch voll nett aus.
Danke für den tollen Tipp. Ich werde mir den Ort gleich mal speichern.

Liebe Grüße von der Peloponnes
Annik

Jens 30. April 2024 - 11:48

Na, dann kennst Du ja bestimmt schon einige portugiesische Flussstrände. Besonders viele davon und noch dazu in herrlicher Umgebung finden sich übrigens zwischen Coimbra und der Serra da Estrela. Für mich sind diese übrigens inzwischen attraktiver als die portugiesischen Atlantikstrände.

Herzliche Grüße,

Jens

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