Kurze, lange, schnelle und kurvige Rutschen hinabsausen, mit Achterbahnen durch sprudelndes Wasser und in schwindelnde Höhe schießen und auf bunten Reifen steile Wasserwände erklimmen
Das Wochenende steht bevor, wir sind mit Kindern und Großeltern in Lagos und beraten, was wir am freien Sonntag zusammen unternehmen könnten. Ein Tag im Slide & Splash wünschen sich die Kinder. Wir alle haben dort bereits einen herrlichen Junitag verbracht und sind quasi einverstanden. Die Neugierde auf unbekanntes verleitet mich jedoch dazu, den Aquashow-Park in Quarteira vorzuschlagen. Dieser Wasserpark war 2022 in Portugal in aller Münder, denn er eröffnete zu dieser Zeit den ersten Indoor-Wasserpark auf der iberischen Halbinsel und seitdem habe ich schon hin- und wieder mal damit geliebäugelt, einen Wintertag dort zu verbringen.

Spätestens als die Kinder von der Wasserachterbahn hören, sind sie nicht mehr zu bremsen und so machen wir uns am Sonntag Morgen auf den Weg nach Quarteira, einen Sonnenschirm, Picknick, Wasser und Sonnenschutz-T-Shirts und -Creme im Gepäck, um der heißen Juli-Sonne etwas entgegen setzen zu können. Über die A22, die Algarve-Autobahn ist der Park schnell erreicht. Er liegt ein paar Kilometer vor Quarteira und verfügt auch über kostenlose Parkplätze, die sich jedoch schnell füllen. Da wir die Eintrittskarten schon online und dadurch etwas preisgünstiger erworben haben, sind wir schnell im Park, der nicht so voll ist, wie wir es an einem Sonntag im Juli erwartet hätten.

Nachdem wir Kleidung und Proviant im Schatten einer riesigen Rutsche und unsere Wertsachen in einem Schließfach abgelegt haben, stürmen wir schon direkt zur Wasserachterbahn, die zu den größten in Europa gehören soll. Dahinter erspähen wir, was bisher nur als Gerücht zu uns durchdrang, eine nagelneue Achterbahn mit mehreren Loopings, die noch nicht einmal auf der Webseite des Aquashow-Parks erwähnt wurde. Unsere älteste Tochter ist begeistert, denn in Portugal gibt es sonst keine Achterbahn mit Loopings. Sie wird später so oft mit dieser Achterbahn fahren, bis ihr übel wird, was normalerweise sehr selten der Fall ist. Ich selbst bin überhaupt kein Achterbahn-Fan mehr und lasse mich nur widerwillig von unserer jüngeren Tochter dazu überreden, die Wasserachterbahn auszuprobieren.

Diese poltert etwas eckig durch die Kurven und stürzt sich dann in einem beachtlichen Tempo in die Erde hinab, nur um dann wieder aus derselben herauszuschießen und rauschend durch das Wasser zu schlittern. Nur einen Augenblick später wird sie schon wieder hinauf gezogen, um einen weiteren beachtlichen Fall ins Wasser zu unternehmen. Währenddessen sage ich mir ein ums andere Mal, dass es weder gefährlich noch unangenehm ist, aber beim Hinabstürzen bleibt mir jedes Mal schlicht die Luft weg.
Die Kinder sind begeistert von den Achterbahnen, probieren auch andere Fahrgeschäfte aus, die ich nicht einmal gegen Bezahlung besteigen würde. Aber dann machen wir uns doch auf den Weg, um die vielen verschiedenen Rutschen auszuprobieren, die recht großzügig über den Park verteilt sind. Unser erster positiver Eindruck, man braucht nur wenig anzustehen. Im Gegensatz zu unseren Erfahrungen beim Besuch des Slide & Splash sind wir hier eher mit dem Rutschen selbst, als mit Anstehen beschäftigt. Allerdings habe ich gehört, dass es im August dann doch zu längeren Wartezeiten an den Rutschen und Attraktionen kommen kann.

Gut gefallen haben uns die bunten Speed Race Rutschen, bei denen man auf einer Matte liegend schnell stufenweise, aber immer geradeaus davon schießt. Diese eignen sich besonders für Menschen, denen schnell übel wird, wie mir. Ebenso die Schaum-Rutschen, auf denen man viel Spaß beim Hinabrutschen hat, weil es seitwärts, rückwärts, auf dem Bauch und immer nur hinab geht. Solche Rutschen findet Ihr natürlich in fast allen Wasserparks.
Neu für uns war die White Fall, bei der man auf einem Reifen eine breite Rutsche sehr steil hinab schießt und auf der gegenüberliegenden Seite dann wieder sehr weit nach oben und wieder zurück, bis man langsam zum Ausgang schaukelt. Die riesigen Free Fall Rutschen haben wir nur bestaunt. Keiner von uns hatte Lust, diese Giganten auszuprobieren.
Das große Wellenbad ließ sich auch mit Reifen befahren, sofern noch welche übrig waren, langweilte uns aber eher. Nur ein paar britische Jugendliche hatten hier enormen Spaß dabei sich gegenseitig von den Reifen zu ziehen. Der Floating Kanal, der normalerweise zu meinen Favoriten zählt, ist im Aqua Show Park leider recht hässlich eingezäunt und führt ein stiefmütterliches Dasein am Rand.

Auch die etwas in die Jahre gekommenen langsamen Rutschen (Escorregas lentos) kann ich definitiv nicht empfehlen. Obwohl sie durchaus genügend Wasser mit sich führen, blieb meine ältere Tochter mehrmals darin stecken und ich selbst lief permanent auf Grund, so dass ich unerlaubterweise aufstehen und lange Strecken zu Fuß gehen musste. Das fanden die jungen Aufsichtspersonen gar nicht gut und pfiffen ohne Unterlass, so dass ich mich hin und wieder hinsetzte und ein paar Meter unbequem und sehr langsam voran robbte. Die gefühlten hundert Meter wurden für mich zu einem Spießrutenlauf. Also überlegt Euch gut, ob Ihr das auf Euch nehmen wollt. Durch die schlechte Wasserdynamik ist also nicht nur das Rutschen, sondern sind auch die kurzen Warteschlangen hier ausgesprochen zeitraubend.

Die sehr jungen Aufsichtspersonen sind zwar recht streng, aber durchaus freundlich und sorgen tatsächlich dafür, dass sicherlich kaum Unfälle passieren. Versucht gar nicht erst gegen Vorschriften zu verstoßen, oder nur den falschen Reifen nach oben zu tragen, sie sind vollkommen erbarmungslos in solche Fragen. Wir empfanden das aber durchaus als positiv.

Gegen Mittag verköstigen wir gemütlich unser Picknick und erst beim Kaffeekauf fällt uns auf, dass es in den Restaurants durchaus auch ein paar erträgliche vegetarische und vegane Optionen, wie Burger oder Nuggets gibt, die zudem noch vergleichsweise preiswert sind. Und auch hier ist kein endloses Anstehen erforderlich, wie in anderen Vergnügungsparks.

Nach dem Essen stürzen wir uns noch einmal in die schönsten Rutschen, und unsere Kinder fahren noch bis zum letzten Moment Wasserachterbahn und mit der neuen Flash-Coaster. Wir haben den Tag im Aqua Show Park sehr genossen und Lust bekommen, auch einmal die Wintervariante auszuprobieren, wobei diese natürlich auf viel weniger Attraktionen beschränkt ist.

Auch für kleinere Kinder gibt es mehrere hübsche Wasserspielplätze und Schwimmbäder, aber erst ab 8/9 Jahren lohnt es sich unserer Meinung nach für Eure Kleinen so richtig. Ein großer Vorteil gegenüber anderen Wasserparks in Portugal, das Wasser ist insgesamt nicht zu kühl. Wir hatten gegen die Sonne alle Schutz-T-Shirts dabei, aber Achtung, eventuell werden nur synthetische akzeptiert. Trotzdem raten wir Euch sehr zu dieser Vorsichtsmaßnahme, denn wir haben am Abend so viele schlimme Sonnenbrände bei Kindern und Erwachsenen gesehen und waren heilfroh, dass wir davon verschont geblieben sind.
Der Indoor-Bereich bietet für Kinder unter 10 Jahren neben vier unterschiedlichen Bädern (unter anderem ein Wellenbad) nur den kleinen Wasserspielplatz Adventure Island. Ab einer Größe von 1,10 m kommt dann die Hidrotube hinzu. Ab 1,20 m sind alle Rutschen erlaubt und ab 13 Jahren dürfen Eure Kinder sogar die Spa-Anlagen nutzen. Für Kinder zwischen 3 und 12 Jahren wird zusätzlich noch ein hübscher Indoor-Spielplatz angeboten, der allerdings nicht im Wasserpark-Ticket enthalten ist.
Anfahrt
Am einfachsten erreicht Ihr den Aquashow Park mit dem Auto über die A22 (Ausfahrt Quarteira). Vor Ort gibt es einen kostenlosen Parkplatz: 37.092929774816746, -8.071562997433706
Viele Hotels entlang der Algarve – etwa in Albufeira, Vilamoura oder Lagos – bieten zudem Shuttle- oder Transportdienste an, falls Ihr kein Mietauto habt.
Tickets
Am besten die Eintrittskarten vorab online kaufen. Ihr spart nicht nur Wartezeit an den Kassen, sondern erhaltet dann auch den 10 % Online-Rabatt.
https://tickets.aquashowpark.com/en/
Outdoor-Park
(Mai – September)
Öffnungszeiten: täglich 10:00 – 18:00 Uhr
Erwachsene: ab 33 € (Hochsaison Juli/August etwas teurer)
Kinder (6–10 Jahre) & Senioren (65+): ab 24 €
Kinder bis 5 Jahre: kostenlos
Indoor-Park
(Oktober – April)
Erwachsene: ab 20 €
Kinder (6–12 Jahre) & Senioren: ab 11 €
Besuchsdauer: 1–3 Stunden
Vorteil: wetterunabhängig, angenehm beheiztes Wasser
Indoor Playground:
Für 1 h zahlt Ihr 10 Euro pro Kind
Hotel Aquashow
Direkt auf dem Park-Gelände liegt auch das Aquashow Park Hotel, was perfekt für Euch ist, wenn Ihr einplant, mehrere Tage hier zu verbringen. Im Zimmerpreis sind sowohl Frühstück als auch der Parkeintritt enthalten.
Essen & Trinken
Ein eigenes Picknick mitzunehmen ist erlaubt und funktioniert gut. Ihr könnte gesündere Speisen mitbringen und müsst nicht anstehen, wenn alle mittags essen möchten. Im Park selbst gibt es mehrere Snackbars und Restaurants mit Klassikern wie Burgern, Sandwiches, Hot Dogs, Pommes oder Eis. Auch einige vegane und vegetarische Optionen sind vorhanden. Wenn Ihr komfortabler essen möchtet, findet Ihr im angeschlossenen Hotelrestaurant ein erweitertes Angebot.
Mitbringen
- Sonnenschutz (Creme mit hohem LSF & UV-Schutz-Shirts)
- Sonnenschirm
- Flipflops (praktisch, da der Boden im Sommer sehr heiß wird)
- Handtücher & Wechselkleidung
- Picknick, Getränke
- Schließfachgebühr für Wertsachen: 5 €
Unsere Tipps für Euren Besuch
Am besten Ihr kommt kurz nach der Parköffnung, da zu diesem Zeitpunkt die Wartezeiten an den Attraktionen am geringsten sind. Stellt Euch dann direkt an die besonders beliebten Attraktionen an: Wasserachterbahn, Neue Looping-Achterbahn Flash-Coaster, Free Fall, White Fall und Mammothblast, denn später werden die Schlangen hier deutlich länger sein. Wir empfehlen Euch, in den Sommermonaten zu kommen, also am besten zwischen Juni und September, da dann die Luft- und Wassertemperaturen einfach viel besser sind, als in der Nebensaison und Ihr alle Attraktionen des Outdoor-Parks nutzen könnt. Der Indoor-Park ist perfekt für einen Besuch im Winter, wenn die Sehnsucht nach einem Tag im Wasser besonders groß ist.
Webseite
Offizielle Infos, aktuelle Preise und saisonale Hinweise:
https://aquashowpark.com/





3 Kommentare
Oh mein Gott, ich war schon so oft an der Algarve und kenne diesen Park nicht! Dabei hat der alles, was ich liebe (und ich bin erwachsen ohne Kinder ;-)). Der Outdoor-Park mit den Achterbahnen klingt enorm toll, da würde man mich dann nur für die Speed Rutsche runterkriegen. Kommt direkt auf die Liste!
Liebe Grüße von Miriam
Wow, was für ein toller Bericht über den Aquashow Park! Als Familie mit zwei Grundschulkindern fühlen wir uns sofort angesprochen und sind jetzt total motiviert, diesen Wasserpark selbst mal auszuprobieren. Die Beschreibung der vielen verschiedenen Rutschen, vor allem der Wasserachterbahn mit Loopings, klingt einfach mega spannend – genau das, was unsere Kinder lieben! Toll, dass der Park nicht so überfüllt ist und man wenig anstehen muss. Da bleibt gleich viel mehr Zeit für den Spaß übrig 😀
Vielen Dank für die ausführliche und lebendige Beschreibung, wir können es kaum erwarten, den Park selbst zu erleben!
Ja, Lisa, für Grundschulkinder gehören die Wasserparks der Algarve sicher zu den spannendsten Ausflugszielen. Und auch für Erwachsene gibt es genügend Unterhaltung, so dass es eigentlich nie langweilig wird. Und wenn wir dann noch die ansteckende Begeisterung unserer Kinder beobachten und teilen, ist ein toller Urlaubstag garantiert.