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Mit der ganzen Familie im Rio Raia planschen, gemütlich picknicken und dann über einen idyllischen Holzstegweg das wilde Flussufer erforschen

Irgendwo zwischen Estremoz und Coruche, nicht weit von dem kleinen Alentejo-Städtchen Mora entfernt, findet Ihr in dieser heißen und trockenen Region einen hübschen Flussstrand mit Campingplatz, Süßwasseraquarium und Holzsteg-Wanderweg. Letzterer führt ausgesprochen gemütlich am Rio Raia entlang und bietet wunderschöne Ausblicke auf den gegenüberliegenden Hang, der zu den wenigen Flusslandschaften dieser Gegend zählt, die noch in fast ursprünglichem Zustand verblieben sind.

Wir haben den Flussstrand mit mehreren befreundeten Familien besucht und unseren Ausflug mit einem Picknick direkt am Wasser begonnen. Eine Rasenfläche fällt hier sachte zum Ufer des Stausees ab. Hohe Eukalyptusbäume sorgen für ausreichend schattige Plätze auch an heißen Tagen. Die Kinder können dem verführerischen Anblick des Flussufers nicht lange widerstehen und planschen schon bald allesamt im frischen und sehr sauberen Wasser des Stausees.

Nachdem sich die weniger badefreudigen Eltern noch mit einem Kaffee neuen Schwung verliehen haben, brechen groß und klein auf, das Flussufer mittels hübschem Holzstegweg zu erkunden. Dieser Weg bietet viele Vorteile. Ihr könnt ganz entspannt und bequem, ja sogar im Rollstuhl oder mit Kinderwägen in ziemlich unberührter Natur dahin wandern, ohne dass die Kinder größeren Gefahren ausgesetzt sind. Hin und wieder könnt Ihr Euch auf Schautafeln über Flora und Fauna informieren und es gibt sogar einige Bänke, auf denen Ihr Euch ganz dem Hier und Jetzt hingeben könnt, vorausgesetzt, Ihr seid nicht mit einem Dutzend wilder Kinder unterwegs, so wie wir an diesem Tag im Mai.

Der Holzstegweg ist mit seinen 1500 Metern nicht wirklich lang, eher geeignet für einen hübschen Spaziergang, den Ihr aber durch einen kurzen Wanderweg zu einem schönen Aussichtsturm erweitern könnt. Oder Ihr dehnt die Tour gänzlich zu einer kleinen Wanderung aus, indem Ihr den kompletten 5,5 Kilometer langen Rundwanderweg abschreitet. In letzterem Fall führt Euch der Weg durch typische Alentejo-Korkeichenwälder, in denen Ihr vielleicht auch auf ein paar freilaufende Rinder treffen könnt.

Zurück am Parkplatz bietet sich Euch je nach Hitze und Tageszeit die Möglichkeit, noch einmal in das erfrischende Wasser zu springen oder einfach nur zusammen mit Kind und Kegel ein Eis zu verspeisen. Direkt neben der Bar befindet sich übrigens auch ein kleiner Spielplatz.

Wir haben auf das Süßwasseraquarium, angesichts der herrlichen Naturlandschaft verzichtet und konnten auch dem eher mittelmäßigen Campingplatz keinen Besuch mehr abstatten, da es inzwischen auf Sonntag Abend zuging und Lissabon noch weit war. Die wunderbare Ruhe und die beeindruckende Landschaft haben wir aber bis heute nicht vergessen können und so freuen wir uns schon auf den nächsten Besuch am Praia Fluvial de Gameiro.

Parkplatz:
38.955152525672936, -8.107910863117228

Einkehr:
Die nicht wirklich beliebte Trichas Café Lounge Bar kann immerhin ein paar Notnahrungsmittel bereitstellen, wie Eis und Kaffee. Ein mitgebrachtes Picknick ist hier aber vorzuziehen.

Camping-Platz:
Der direkt am Flussstrand befindliche Parque de Campismo do Gameiro eignet sich vielleicht für eine Übernachtung, überzeugt aber nur wenige Camper angesichts des hohen Preises und des minimalen Service-Angebots, sowie der eingeschränkten Sauberkeit. Wir empfehlen den wunderschönen Naturcampingplatz Bubulcus & Bolotas ganz in der Nähe.

Bootsverleih:
An der Trichas Café Lounge Bar könnt Ihr anscheinend auch Boote ausleihen.

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2 Kommentare

Jenny 22. September 2021 at 20:19

Je länger ich in eurem schönen Blog stöbere, desto mehr drängt sich mir der Gedanke auf, dass all die Portugal-Fans, die schon zigmal an der Algarve waren, eigentlich keine Ahnung davon haben, wie Portugal wirklich aussieht. Und das gilt sicher für sehr viele Länder, in denen die allermeisten Touristen eben nur die Hauptattraktionen “abhaken” und dann stolz auf ihren Stempel im Reisepass sind…

Nachdenkliche Grüße
Jenny

Antworten
Jens 22. September 2021 at 22:21

Liebe Jenny,
da hast Du den Spirit unseres Blogs tatsächlich erspürt, denn genau so ging es mir ja selbst. Für mich war Portugal am Anfang auch nur ein Ort mit sehr schönen Atlantik-Stränden, einigen charmanten Städten und ein paar wunderschönen Klöstern. Erst nach einigen Jahren hat meine Partnerin mir die bezaubernden historischen Dörfer gezeigt – ich war außerordentlich überrascht. Dann hat sie mich zu einer Holzstegweg-Wanderung mitgenommen – ich war begeistert. Und schließlich hat sie mir von den idyllischen Flussstränden erzählt, die es überall im Land gibt – an diesem Punkt ist die Idee für dieses Blog entstanden.
Wenn wir nun selbst irgendwohin reisen, versuche ich auch schöne Orte und Aktivitäten jenseits der Hauptsehenswürdigkeiten zu recherchieren. Dafür gibt es ein paar spannende Bücher und wunderbare Blogs oft in der Landessprache und natürlich die Möglichkeit, die Einheimischen zu befragen, was hier in Portugal die fehlende Vielfalt an Reiseführern leicht wettmacht.
Ich sehe auch einen deutlichen Vorteil darin, wenn sich Tourist*innen mehr auf ein ganzes Land verteilen, als wenn alle ständig nur Lissabon, Porto und die Algarve besuchen. Dadurch entsteht im besten Falle schon so etwas wie ein sanfter Tourismus.
Vielen Dank für Deinen nachdenklichen und treffenden Kommentar!
Jens

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