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Schlittenfahren, tafeln mit grandioser Aussicht und ein kleiner Spaziergang

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Ein Wintertag auf dem knapp 2000 Meter hohen Torre in der Serra da Estrela

Die Serra da Estrela, das Sternengebirge, befindet sich etwa 3 Autostunden nordöstlich von Lissabon und ist das höchste Gebirge Portugals, wenn man einmal vom Azoren-Vulkan Pico absieht. Es ragt gewaltig aus der hügeligen Umgebung heraus und besteht im Wesentlichen aus zwei Hochplateaus. Während diese fast unbewohnt sind, befinden sich rund um das Gebirge viele zum Teil sehr hübsche Städte und Dörfer, unter anderem auch die meisten der zwölf Aldeias Históricas. Sehr sehenswert ist z.B. das uralte Linhares da Beira im Nordwesten der Serra da Estrela.

Ein kräftiger Stoß,
dann nimmt der Schlitten Fahrt auf,
wird schneller,
sucht nach Abwegen,
wird mühsam zurück gezwungen in die Spur,
springt über kleine Bodenwellen
und wirft schließlich
seine jauchzenden Reiter
neben sich in den Schnee.

Wer jedoch in Portugal Ski oder Schlitten fahren möchte, muss meist ganz hoch hinauf, bis auf den höchsten Gipfel des Gebirges, den Torre. Hier kann durchaus bis in den Frühling hinein Schnee liegen, allerdings haben wir im Januar nur eine kleine Piste mit Schnee vorgefunden, wo man immerhin noch relativ gut Schlitten fahren konnte. Man sollte also vorher den Schneebericht einsehen, oder einen Blick auf diese Webcam vom Torre werfen.

Serra da Estrela › Nord-Ost: Estância de Ski Serra da Estrela − Mountain Whisper
Webkamera vom Torre, Serra da Estrela

Direkt an der kleinen Piste kann man sich einen Schlitten ausleihen, der hier allerdings recht teuer ist. Wir hatten unseren eigenen Schlitten mitgebracht und sind dann mit den begeisterten Töchtern viele Male die Piste hinab gerodelt. 

Das Restaurant in den ehemaligen militärischen Gebäuden verfügt über eine herrliche Terrasse mit einem grandiosen Blick über weitere Gebirgsketten der Umgebung, aber Service und Preise liegen bislang soweit auseinander, dass es zu den schlechtbewertetsten Restaurants des Landes gehört. Wenn Ihr Euch gut organisiert, jemand vielleicht schon etwas früher voraus schickt, um Getränke und Speisen zu erwerben, und wenn Ihr keine kulinarischen Hochgenüsse erwartet, dann könnt Ihr das Mittagessen in zweitausend Metern Höhe vielleicht trotzdem mit Freude genießen. 

Von der Restaurantterrasse sieht man eine Wiese mit vielen kleinen Steintürmen und -haufen, die Eure Kinder vielleicht im Anschluss an die Mahlzeit noch um eigene Türme erweitern können. 

Falls Ihr noch vor Einbruch der Dämmerung die Rückfahrt antretet, und in Richtung Covilhã hinabfahrt, erreicht ihr nach knapp 5 Minuten einen kleinen Parkplatz, von dem aus Ihr die in den Fels gehauene Senhora da Boa Estrela schon sehen könnt. Diese Figur wurde 1946 eingeweiht und gilt als Schutzpatronin der hiesigen Hirten. Unternehmt einen kleinen Spaziergang hinüber zu der Statue, dabei überquert ihr einen kleinen Bach, den Eure Kinder lieben werden.

Die Legende vom Hirten und seinem Stern
Die Geschichte eines jungen Hirten, der viele Jahre von einem Stern bis zu einem Berg geführt wird, wohin er sich in seinen Träumen immer gesehnt hatte, ist übrigens auch die namensgebende Legende des Sternengebirges. Der König bot hiernach dem inzwischen alten Hirten alle Reichtümer der Welt an, wenn er ihm seinen Stern dafür gäbe, doch dieser erwiderte, dass die Freundschaft zu seinem Stern ihm wichtiger sei, als aller Reichtum. Noch heute soll ein Stern über dem Gebirge stärker funkeln, als alle anderen und dieser sei auf der Suche nach seinem Schafhirten. Und das Gebirge wurde von den anderen Hirten das Sternengebirge genannt.

Für uns war der Wintertag auf dem Torre ein ganz außergewöhnlicher Tag, denn Schnee ist für unsere Kinder etwas fast unbekanntes. Leider erlaubte der vereiste Schnee weder den Bau eines Schneemanns, noch eine kleine Schneeballschlacht, doch werden wir sicher demnächst wieder ganz hinauf fahren, auf das gewaltige Granit-Dach Portugals.

Anfahrt:
Von Lissabon der A1 nach Norden folgen und dann ab Torres Novas die A23 bis zur Abfahrt 30 Covilhã Sul. Von hier aus durch Covilhã der Beschilderung Serra da Estral folgen und dann bis hinauf zum Torre weiterfahren. Es gibt auch Busse und Zugverbindungen nach Covilhã und man kann dann die 30 Minuten auf den Torre eventuell per Taxifahrt absolvieren.

GPS (Torre):
40.322257, -7.613859

GPS (Parkplatz zum Spaziergang zur Senhora da Boa Estrela):
40.323149, -7.602834

Restaurant Torre:
Vor allem die Terrasse beeindruckt mit einem überwältigen Ausblick. Leider ist das Essen überteuert und der Service schlecht, lange Wartezeiten sind auch keine Seltenheit.

Täglich geöffnet:
8:00 – 22:00 Uhr

Schlittenverleih:
Direkt an der Schneepiste
ca. 10 Euro/Stunde

Mitbringen:
Oben auf dem Torre ist es wirklich kalt und oft windig, daher unbedingt warme Kleidung mitbringen.

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