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Im feinsten, goldgelben Sand Kanäle bauen, Meerestiere in Gezeitentümpeln beobachten, Surfen lernen und am Abend mit Blick auf den Strand köstlich dinieren

Von weit oben blicken wir begeistert auf diesen malerischen Strand. 500 m feinster goldgelber Sand, kontrastreich eingerahmt von gewaltigen, schwarzen Schieferfelsen. Die Wellen des Atlantik rauschen beinahe entspannt in diese große Bucht. Überall versuchen Surfer*innen sich aus dem kühlen Wasser zu erheben und möglichst lange und anmutig über das Wasser zu schweben, wie einst Jesus auf dem See Gennesaret.

Schon von hier oben könnt Ihr die Vorzüge des Praia da Arrifana erahnen. Die mächtigen Felswände sorgen für einen gewissen Windschutz und die Sichelform und der sehr flach abfallende Strand verhindern eine allzu starke Brandung und gefährliche Strömungen. Die blaue Flagge wurde diesem Strand völlig zu Recht verliehen.

Als wir wenig später unten am Strand ankommen, setzt gerade die Ebbe ein und wir können den neugewonnenen Platz direkt vorm Bademeister einnehmen. Der Sand ist tatsächlich fantastisch feinkörnig und eignet sich ungewöhnlich gut zum Sandburgenbau. Wir graben tiefe Löcher, die sich immer direkt mit Grundwasser füllen, was nicht an jedem Strand so gut funktioniert. Das verleitet die Kinder und mich dazu, eine Wasserstadt zu errichten, die Venedig an Kanälen in nichts nachsteht.

Der Bademeister müht sich indessen damit ab, die Surfer*innen vom Schwimmbereich fernzuhalten, denn nur vor uns ist das Surfen verboten. Wenn Ihr also nicht zum Surfen gekommen seid, solltet Ihr im nördlichen Bereich des Strandes bleiben.

An der Südseite ist der Strand von große Felsbrocken übersäht, die hier anscheinend hin und wieder herabfallen. Wie überall in Portugal solltet Ihr einen respektvollen Abstand zu den steilen Felswänden einhalten. Noch etwas weiter südlich befindet sich übrigens der Pedra Agulha, eine bizarre Steinskulptur und eines der Wahrzeichen der prächtigen Costa Vicentina.

Gegen Abend machen wir uns schließlich auf den Weg zum südlichen Strandende. Dort haben sich hübsche kleine Wasserbecken gebildet, die zwischen den bizarren Felsformationen nun Kleinstlebensräume für ungewöhnliche Meerestiere bilden. Fischchenschwärme, zauberhafte rote Erdbeeranemonen, Muschelkolonien und etwas oberhalb an den Felsen Krabben. Diese bewachen den Eingang zu einer kleinen Höhle in der Felswand im südlichsten Teil des Strandes. 

Unsere Kinder springen begeistert in die erstaunlich warmen Gezeitentümpel und wir alle genießen die gemütlichen Abendstunden am inzwischen entvölkerten Strand. Das Dinner in dem lauschigen Restaurante da Praia etwas oberhalb des Strandes müssen wir leider auf den nächsten Besuch verschieben, da dort bereits alle Plätze besetzt sind.

Der Praia da Arrifana eignet sich natürlich auch gerade für surfbegeisterte Familien. Es gibt einige Surfbrett- und Bodyboard-Verleihe, sowie mehrere Surfschulen und Surfcamps. Am etwas nördlich zwischen den Felsen befindlichen Fischereihafen könnt Ihr übrigens auch sehr gut tauchen, denn dort ist das Wasser kristallklar. 

Oberhalb des Fischereihafens befinden sich die Ruinen der Fortaleza da Arrifana aus dem 17. Jahrhundert, von der aus Ihr einen spektakulären Blick über die angrenzenden Bereiche der Costa Vicentina habt. Auch hier könnt Ihr im O Paulo köstlich und mit Meerblick dinieren. 

Weitere zweieinhalb Kilometer nördlich befinden sich die Ruinen des Ribat de Arrifana aus dem 12. Jahrhundert, eines der beiden muslimischen Festungsklosters der iberischen Halbinsel, dass der sehr einflussreiche Sufi Mystiker Ibn Qasi gegründet hat, und wohin er sich zurück zog, um zu denken und zu schreiben.

Parkplätze:
37.29567726755971, -8.865774222509142
und auch hier:
37.29627448015007, -8.868348396195122
Im Sommer wird es vermutlich kaum freie Parkplätze geben. Parkt trotzdem besser oberhalb der Klippen, sonst kann es passieren, dass Ihr eine Falschparkerkralle an Eurem Auto vorfindet.

Beste Badezeit und Strand-Service:
Am besten Ihr kommt bei Ebbe, sonst ist der im Sommer ohnehin überlaufene Strand sehr schmal. Für Rollstuhlfahrer gibt es am unteren Ende der Straße, die zum Strand hinab führt eine Betonrampe. Der Strand ist in den Sommermonaten bewacht und verfügt über öffentlich zugängliche Duschen und Toiletten.

Surfschulen, Surfcamps und Board-Verleih:
Aljezur Experiences surf school
MissionToSurf Portugal (deutschsprachig und inkl. Kinderkurse)

Restaurants:

Restaurante da Praia direkt unten am Strand.
Webseite: restaurantepraiaarrifana.com
Facebook: facebook.com/restaurantepraiaarrifana.fanpage

O Paulo direkt neben den Ruinen der Fortaleza da Arrifana mit herrlichem Blick über den Strand und die Küste.
Webseite: restauranteopaulo.com
Facebook: facebook.com/Restaurante-O-PAULO-137106466323075/

Beide Restaurants verfügen übrigens auch über mindestens eine gute vegetarische Option.

Gezeitentabelle für die Umgebung vom Praia da Arrifana:
de.windfinder.com/tide/carrapateira

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