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Einen steilen Hang hinabklettern und einen unwirklichen Tag am paradiesischen Sandstrand zwischen sich auftürmenden Felsen verbringen, bis die Sonne direkt über dem Ozean untergeht

Hier endet Europa: Der westlichste Strand des europäischen Festlands ist so schwer zu erreichen, dass er eigentlich nicht wirklich als Familienstrand gelten kann. Mit älteren verantwortungsbewussten Kindern lässt sich der Abstieg aber durchaus bewältigen. Wir waren mit unserer damals fünfjährigen Laura zum ersten Mal dort, haben sie an den gefährlichen Stellen immer festgehalten und sind gut hinunter und wieder hinauf gekommen. Es gibt mehrere Wege hinab zum Strand, der ursprüngliche Hauptweg ist aber seit einigen Jahren nicht mehr passierbar. Die Wege sind nicht ausgeschildert. Aus diesem Grund ist der Strand wohl auch nicht annähernd so voll, wie das gutbesuchte Cabo da Roca ein paar Hundert Meter südlich vom Praia da Ursa.

Wenn Ihr den herrlichen Sandstrand zwischen den riesigen Felsen erstmal erreicht habt, werdet Ihr vielleicht – wie wir – gar nicht recht glauben können, dass dieser Strand tatsächlich eine von der Natur geformte Landschaft ist und nicht etwa eine fantastisch modellierte Filmkulisse. Links könnt Ihr auf steilen ockerfarbenen Felsformationen schwarze Kormorane beobachten, die in ihrer charakteristischen Weise die Flügel in der Sonne trocknen. Rechts ragt der namensgebende Bärinnenfelsen majestätisch aus dem wilden Ozean heraus, hinter ihm der mächtige Riese. Die Legende erzählt von einer Bärin, die sich nach der Eiszeit weigerte die Küste, wie von den Göttern befohlen, zu verlassen und wurde von diesen dann zur Strafe versteinert, wie auch ihre Bärenkinder, die noch heute um sie herum im Meer sitzen.

Wir verbringen einen herrlichen Tag am Strand, haben ein Picknick mitgebracht. Die Kinder bauen Sandburgen, die von der starken Brandung immer wieder überschwemmt werden. An Schwimmen ist hier nicht zu denken, zu rau ist der Ozean und es gibt auch keine Rettungsschwimmer. Gegen die Sommerhitze hilft aber bereits ein Fußbad im sehr kalten Wasser. Als die Dämmerung hereinbricht wird es deutlich leerer. Aber die Sonne scheint weiter auf den Strand, bis sie dann im Meer direkt vor uns untergeht. 

Der Aufstieg fällt uns leichter und oben auf der Hochebene sammeln die Kinder noch eifrig Brombeeren von den Hecken, die hier die Wege säumen. Vom Cabo da Roca blinzelt uns der 260 Jahre alte Leuchtturm freundlich entgegen. Wir fahren durch die laue Sommernacht zurück nach Lissabon.

Parkplatz und Ausgangspunkt des Abstiegs:
38.78789589174928, -9.490445918754999
(Ihr könnt aber auch schon an der Straße parken und den Weg hierhin zu Fuß zurücklegen.)

Abstieg:
Vom Parkplatz den Weg links nehmen, der nach einiger Zeit in ein kleines Tal mündet und dann dort bis zur Felskante spazieren. Hier nun die Kinder an die Hand nehmen und vorsichtig hinabklettern. 

Mitbringen:
Unbedingt feste Schuhe und Rucksäcke mitbringen, sonst ist der Abstieg sehr beschwerlich. Außerdem Getränke und am besten auch Speisen, denn es gibt keinerlei Service am Strand, übrigens auch keine Toiletten.

Gezeiten:
Der Strand ist bei Flut relativ klein und daher solltet Ihr ihn besser bei Ebbe besuchen.

Achtung:
Auch hier solltet Ihr nicht zu nahe an den Felswänden verweilen, denn es stürzen häufig Felsbrocken herab. Auch das Klettern an den Felsen führt hier immer wieder zu tödlichen Unfällen. Außerdem solltet Ihr nur bei komplett trockenem Wetter den etwa 20 minütigen Abstieg vornehmen.

Gezeitentabelle für die Umgebung vom Praia da Ursa (Colares):
de.windfinder.com/tide/guincho

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